Schlaf mein Kindlein, schlafe ein

22 Okt 2014
schlaf-kindlein

Während der Eingewöhnung unseres derzeit letzten Kindes sagte die Mutter: „ Das klappt ja echt gut hier, aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie ihr mein Kind zum schlafen bringen wollt. Zu Hause schläft er mittags kaum. Wenn überhaupt, dann im Wagen. Wie macht ihr das?“

Die Frage beschäftigt fast alle Eltern, und das mit Recht. Das Kind ist den ganzen Tag mit einer Flut von Eindrücken beschäftigt, die es im Schlaf verarbeitet. Und ein gesunder Schlafrhythmus ist die Grundlage für ein ausgeglichenes Gemüt. Bei Bim Bam Boo kommt noch dazu, dass das Kind in einer ungewohnten Umgebung, zusammen mit anderen Kindern schlafen soll. Und Mama ist auch nicht da. Wie kommt ein Kleinkind mit 12 Monaten oder älter damit klar? – Antwort: Sehr gut!

Am Anfang bringen die Eltern Bettzeug, Schlafsack, Kuscheltier oder Schmusedecke von zu Hause mit. Kinder haben einen feinen Geruchsinn. Der gewohnte Geruch und die Lieblingssachen wirken sofort beruhigend auf das Kind. Dann beginnt die Arbeit zwischen Tagesmutter /-vater und Kind:

Einige Kinder haben Angst vor dem ungewohnten Raum und der neuen Situation Sie wollen kuscheln und schlafen in meinen Armen ein. So wird auch das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kind und mir gestärkt. Wenn es sich sicher fühlt, kann es sich entspannen. Nach und nach kann ich den Abstand vergrößern. Bald halte ich die Hand des Kindes, dann streichle ich nur noch seinen Fuß und irgendwann lachen wir uns nur noch an und sagen: „Schlaf schön.“

Einige Kinder möchten den engen Körperkontakt nicht und wenden sich von mir ab. Dann bleibe ich einfach neben dem Bett sitzen und rede beruhigend auf dieses Kind ein, bis es eingeschlafen ist. Bei diesen Kindern ist es wichtig im Vorfeld vieles zu zeigen und zu erklären. Sie gewinnen Vertrauen, indem sie genau wissen was als nächstes passiert. Die richtige Reihenfolge und klare Strukturen müssen unbedingt eingehalten werden. Andreas ist bei diesen Kindern besonders einfühlsam und kann sie sehr gut beruhigen.

Dann ist es noch wichtig, dass das Kind sein „eigenes Bett“ hat. Das ist am Anfang etwas schwierig, weil die Kinder unterschiedlich lange und tief schlafen. Einige Kinder brauchen zwei Stunden und länger um sich zu erholen, andere sind nach einer Stunde top fit. Damit jedes Kind ausschlafen kann, müssen wir verschiedene Betten ausprobieren. Der beste Schlafplatz findet sich aber meist nach ein paar Tagen.

Und was passiert, wenn ein Kind bereits am Vormittag müde ist? – Kinder zwischen 6 und 18 Monaten machen gerne am Vormittag ein kleines Nickerchen. Bei uns gewöhnen wir die Kinder behutsam an einen geregelten Tagesablauf. Ein müdes Kind kann nicht spielen aber kuscheln. Es gibt überall gemütliche Ecken, in die wir uns zurückziehen können. Dort können wir mit Kuscheltieren spielen, ein Bilderbuch anschauen oder einen kleinen Powernap machen. Nach 20 – 30 Minuten ist das Kind meist wieder erholt und möchte weiter spielen.

Nach ein paar Wochen hat es sich an unseren Tagesablauf gewöhnt und seinen Schlafrhythmus so weit angepasst, dass es mit Freude bis zum Mittag durchhält um nach dem Essen fröhlich „Heia!“ zu rufen.

Denn, wenn das Kind gut schläft können sich auch die Tageseltern ausruhen, um gemeinsam einen fröhlichen Nachmittag zu verbringen.

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