Eingewöhnung, die erste Trennung von den Eltern

7 Dez 2017
Eingewöhnung

So, nun sind die “großen” Kinder in die Kita gewechselt, und die neuen Kinder sind in die Gruppe integriert. Wieder hat ein neuer Abschnitt bei Bim Bam Boo begonnen.

Und die Eingewöhnung ist für alle eine Herausforderung. Diejenigen, die bleiben, müssen sich an die neuen Kinder gewöhnen. Und die neuen Kinder sind sehr klein. Für sie ist es die größte Anstrengung sich einzufügen. Damit sich alle an die neue Situation gewöhnen können, habe ich eine längere Eingewöhnungsphase:

Während der letzten fünf Jahre konnte ich beobachten, wie sich ein Kind in eine neue Umgebung einfügt: Gaaaannz langsam.

Die ersten Besuche sind für das Kind zunächst anstrengend. Es ist voll damit beschäftigt, die neue Umgebung zu erkunden. Es gibt jede Menge Spielzeug und andere Kinder. Wo soll man zuerst hinkucken? Was ist in den Kisten? Womit spielt das andere Kind da? Was machen die Kinder überhaupt hier? In dieser Phase ist es sehr wichtig, dass das Kind sich wohl fühlt. Das zeigt es, indem es sich langsam von seiner Mutter / seinem Vater entfernt. Immer sicherer kramt es in den Kisten. Meine Tageskinder sind dabei eine große Hilfe. Wenn das neue Kind sieht, wie sicher sich die Tageskinder bewegen,  fasst es schneller Vertrauen.

Sobald die Mutter / der Vater merkt, dass ihr kleiner Schatz müde wird, ist der Besuch zu Ende und Mutter / Vater und Kind gehen nach Hause. Das kann nach 1 Stunde sein oder bereits nach 30 Minuten. Das Kind gibt die Dauer vor.

Meine Aufgabe, als Tagesmutter, besteht darin, die Voraussetzungen für einen vertrautes und entspanntes Miteinander zu schaffen. Während der regelmäßigen Besuche sieht die Mutter, wie Tageskinder und Tagesmutter im Alltag miteinander umgehen. Das eine Kind hat sich weh getan und möchte getröstet werden, das andere Kind braucht einfach so ein paar Kuscheleinheiten. So erfährt auch sie, ob sich ihr Kind bei uns wohlfühlt.

Wenn wir uns alle gut genug kennengelernt haben, können wir die erste Trennung versuchen. Dabei ist es für mich wichtig, ob das Kind schon genug Vertrauen zu mir hat, dass es sich von mir trösten lässt, wenn es sich ohne seine Mutter unsicher fühlt. Klappt das gut, können wir die Dauer schrittweise verlängern. In dieser sensiblen Phase sind meine Tageskinder meine große Hilfe: Wenn der Tag gekommen ist, an dem das neue Kind das erste Mal alleine bei uns bleibt, helfen alle mit. Jeder achtet darauf, dass das “Kleine” sich wohl fühlt. Es wird gesungen, gelacht und Dönekes gemacht. Und wenn die Mama \ Papa wieder da ist, wird alles erzählt. Meine Tageskinder sind wirklich der größte Schatz. Und wenn das Kind das erste Mal bei uns schlafen soll, wird morgens schon sein Bettchen eingerichtet. Nach dem Mittagessen gehen wir ins Schlafzimmer. Jetzt wissen alle, dass es nicht schlimm ist, wenn das neue Kind weint (schließlich schläft man normaler Weise nicht mit 4 anderen Kindern in einem Zimmer). Ich erzähle besorgten Kindern wie es am Anfang für sie war, damit sie nicht irritiert sind, wenn der bekannte Ablauf mal nicht so ist wie gewohnt. Dann bin ich immer beeindruckt wie lieb die Kinder sind. Es kommt sogar vor, dass ein älteres Kind neben einem neuen Kind schlafen möchte, damit es sich wohler fühlt.

So wachsen wir alle zu einer neuen Gruppe zusammen, und können gemeinsam neue Abenteuer erleben.

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