Andreas Siebert bei der Familienministerin

7 Sep 2014
landtag

Zum 01.08.2014 wird das KIBIZ-Gesetz novelliert. Aus diesem Grund war Andreas Siebert eingeladen mit Politikern, Vertretern vom Bundes- und Landesverband der Kindertagespflege und der familienpolitischen Sprecherin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Frau Andrea Asch, die geplanten Änderungen zu diskutieren.

Eine Gesetzesreform wird von Politikern ausgearbeitet die keinen Bezug zur Praxis haben. Am runden Tisch sollte in kleiner Runde die Auswirkung der geplanten Änderungen diskutiert werden. Das hat Andreas zum Anlass genommen, den Politikern unseren Alltag zu erläutern.

Frau Asch war überrascht zu hören, dass die Tagespflegepersonen Schwierigkeiten haben ihre Interessen auf kommunaler Ebene wirksam zu vertreten (obwohl es dafür gesetzliche Grundlagen gibt). Zusammenfassend kann man sagen, dass die Familienministerin die Anregungen interessiert aufgenommen hat und versprach einige Punkte bei der KIBIZ-Reform zu berücksichtigen.

Momentan ist es uns nicht ganz klar, wo die Politik die Kindertagespflege langfristig einordnen möchte. Wir haben den Eindruck, dass sie gerne als Lückenbüßer für Engpässe in der Kinderbetreuung benutzt wird. Mit der viel gerühmten Flexibilität ist vor allem die Betreuung zu „ungünstigen Zeiten“ gemeint, also die Zeiten außerhalb der Öffnungszeiten einer Kita.

Dabei gibt es viele Punkte, in der die Tagespflege einer Kita im Vorteil ist, wenn es um eine gute Betreuung von Kindern unter drei Jahren geht:

  • Feste Bezugsperson: Eltern suchen sich die Tagesmutter / -vater aus, die / der ihr Kind betreut. Einen Wechsel der Betreuungsperson, wie in einer Kita, gibt es bei uns nicht. Auch der Einsatz von PraktikantInnen, als zusätzliche Betreuungskraft, ist uns grundsätzlich nicht möglich. Gerade in den ersten drei Jahren ist diese Kontinuität sehr wichtig für Kinder. Sie brauchen einfach Zeit um Vertrauen aufzubauen. Wird dieser Aufbau durch einen Personenwechsel gestört, kann das Folgen auf die zukünftige Fähigkeit haben, Vertrauen aufzubauen.
  • Kleine Gruppengröße: Die Anzahl der betreuten Kinder in einer Tagespflege ist klar eingegrenzt. In einer Großtagespflege (wie bei uns) dürfen maximal 9 Kinder betreut werden. Diese Gruppengröße ist für Kinder überschaubar. Es gibt keinen großen „Publikumsverkehr“ wie in einer Kita, in der oft 50, manchmal sogar 100 Kinder betreut werden. Nach kurzer Zeit kennen die Kinder die anderen Eltern und fühlen sich nicht mehr gestört wenn ein Kind abgeholt wird.
  • Individuelle Förderung: Gruppengröße und Bezugsperson zusammen genommen ermöglichen auch eine bessere individuelle Förderung des Kindes. Es gibt in Bielefeld eine Kita, in der Kinder zwischen 0 bis 6 Jahren in altersgemischten Gruppen betreut werden. Wenn ich mir vorstelle, dass in diesen Gruppen drei ErzieherInnen arbeiten, kann ich mir nicht erklären, wie eine individuelle Förderung stattfinden soll.

Das sind nur drei wichtige Punkte, die eine Kindertagespflege auszeichnen. In Bielefeld betreuen mehr als 200 Tagesmütter und –väter über 700 Kinder. Die Bedingungen ändern sich gerade, u. a. durch den massiven Ausbau der U3-Betreuung in den Kitas. Andreas Siebert engagiert sich, in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins der Tagesmütter Bielefeld e.V. (www.tamubi.de),  für eine bunte Tagespflegekultur in Bielefeld und für die Verbesserung der Bedingungen in der Kindertagespflege. Damit Bielefeld familienfreundlich bleibt.

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